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Heinz A. Oertli Fonds: Weitsicht bewiesen

Inge Herrmann

Inge Herrmann

Inge Herrmann, Leiterin der «Nanoparticle Systems Engineering»-Gruppe an der Empa in St. Gallen, entwickelt mit ihrem Team ein Laserlötverfahren, mit dem Wunden am Auge effizient und schonend geschlossen werden können. Bild ZVG Empa

Als innovativer Instrumentenmacher für die Chirurgie gründete Heinz A. Oertli in jungen Jahren die Oertli Instrumente AG. Wie grosse Ideen im Kleinen gedeihen und zu nachhaltigen Unternehmensgründungen heranwachsen, weiss er aus eigener Erfahrung. Jetzt fördert Heinz A. Oertli mit einem gleichnamigen Fonds im Rahmen des Zukunftsfonds innovative Projekte an der Empa.

An Ideen hat es ihm nie gefehlt – Heinz A. Oertli machte sich im Alter von 24 Jahren als Instrumentenmacher für die Augenchirurgie selbstständig, mitsamt seinem Ideenreichtum. Dank seinen begehrten Innovationen wuchs der ursprüngliche Einmannbetrieb zügig zu einem Qualitätswerk im St. Galler Rheintal mit heute rund 220 Mitarbeitenden an, das er allerdings vor rund 30 Jahren in andere Hände übergab. Die jüngste Idee des mittlerweile über 90-Jährigen Erfinders kam ihm vor einiger Zeit bei einem Besuch der Empa in St. Gallen: Die Forschung an der Innovationsschmiede Empa, insbesondere im Bereich der Instrumentenentwicklung, könnte man doch zusätzlich mit privaten Mitteln voranbringen.

Die Gemeinsamkeit des ehemaligen Instrumentenmachers mit den Materialforschenden der Empa gehen dabei über den Innovationsgeist hinaus: Auch die Faszination für innovative Materialien und Technologien hielten Oertli bereits zu Beginn seiner Unternehmertätigkeit in Bann. Als Pionier in seinem Gebiet suchte er für die Augenchirurgie neue Materialien für rostfreie, antimagnetische Präzisionsinstrumente. Fündig wurde er in der Uhrenindustrie, die vergleichbare Ansprüche an ihre Werkzeuge stellt. Diesen ihm eigenen Tüftlersinn fördert Heinz A. Oertli nun mit einem gleichnamigen Fonds im Rahmen des Empa Zukunftsfonds.

Drucksensor zur Selbstheilung

Nun unterstützt der 2022 gegründete «Heinz A. Oertli-Fonds» die ersten beiden Projekte. Eines davon befasst sich mit neuen Therapiemöglichkeiten für den Grünen Star. Ziel ist es, das Auge zu befähigen, sich ohne ärztliche Hilfe selbst zu behandeln. Bei Menschen, die an einem Glaukom leiden, sterben die Nervenzellen in der Netzhaut mit der Zeit ab – bis hin zur Erblindung. Bei einem Grossteil der Betroffenen stellt ein erhöhter Innendruck im Auge ein Risiko für die Ausbildung des Grünen Star dar. Empa-Forschende um Yashoda Chandorkar und Markus Rottmar vom «Biointerfaces»-Labor in St. Gallen entwickeln nun gemeinsam mit der Abteilung für Ophthalmologie am Tierspital Zürich ein selbstregulierendes System aus einem winzigen hochempfindlichen Sensor, der den Augendruck misst und über ein Ventil aus einem bioverträglichen Hydrogel den Druck der Kammerflüssigkeit im Auge normalisiert.

Löten statt nähen

Ein zweites Projekt, das ebenfalls durch den «Heinz A. Oertli-Fonds» unterstützt wird, hat zum Ziel, dank einem laser-basierten Klebeverfahren das hochempfindliche Augengewebe bei Operationen zu schonen. Bisher ist bei Eingriffen an der Linse bei Grauem Star oder bei Hornhaut-Operationen der Einsatz von Nadel und Faden üblich. Laser-basiertes Arbeiten wird derzeit zwar angewendet, allerdings basiert es auf einem Schweissverfahren bei entsprechend hohen Temperaturen. Inge Herrmann, ETH-Professorin und Leiterin der «Nanoparticle Systems Engineering»-Gruppe an der Empa in St. Gallen, entwickelt mit ihrem Team ein minimal-invasives Laserlötverfahren, mit dem Wunden am Auge effizient und schonend geschlossen werden können. Das biologische Lötmaterial mit sogenannten Nanoabsorbern soll die mechanischen Eigenschaften im Gewebe verbessern, die Heilung beschleunigen und die Narbenbildung mindern. Das Projekt kann nun dank der Unterstützung durch den «Heinz A. Oertli-Fonds» in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital St. Gallen und dem Universitätsspital Zürich starten.

Forschungsförderung durch den Zukunftsfonds

Der Zukunftsfonds der Empa sucht für herausragende Forschungsprojekte, die anderweitig (noch) nicht unterstützt werden, private Drittmittel. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.empa.ch/web/zukunftsfonds.

Quelle: Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA

13.11.2023

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