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Personenfreizügigkeit: Hohe Zuwanderung bei wachsender Beschäftigung

Menschen - Zuwanderung

Menschen - Zuwanderung

Symbolbild Pixabay

Vor dem Hintergrund robusten Beschäftigungswachstums und tiefer Arbeitslosigkeit war die Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften im Jahr 2023 hoch. Die Zuwanderung ist dabei auch Folge der demografischen Entwicklung und einer bereits guten Ausschöpfung der Arbeitskräftepotenziale im Inland. Dies zeigt der 20. Bericht des Observatoriums zum Freizügigkeitsabkommen in einer internationalen Einordnung der Arbeitsmigration in die Schweiz.

Zuwanderung und Beschäftigungswachstum gehen in den Ländern Europas Hand in Hand – mobile Arbeitskräfte folgen der Nachfrage in wachsenden Volkswirtschaften. Dies gilt auch für die Schweiz, wo der Ausbau der Erwerbstätigkeit in den vergangenen knapp zwanzig Jahren deutlich über dem EU-Durchschnitt lag. Auch im Jahr 2023 war der Beschäftigungszuwachs solide, zugleich erreicht die Arbeitslosenquote den tiefsten Stand seit dem Jahr 2001. Vor dem Hintergrund einer starken Arbeitskräftenachfrage fiel die Zuwanderung aus dem EU/EFTA-Raum mit 68 000 Personen hoch aus. Die Höhe der Zuwanderung steht aber auch in engem Bezug zum demografischen Potenzial im Inland.

Demografisches Potenzial gut ausgeschöpft

Die einheimische Bevölkerung im Erwerbsalter ist aufgrund der fortschreitenden demografischen Alterung in den vergangenen knapp 20 Jahren nur noch schwach gewachsen. Zugleich ist sie bereits in hohem Masse in den Arbeitsmarkt integriert: die Erwerbstätigenquote der Schweizerinnen und Schweizer ist hoch, auch im internationalen Quervergleich. Zwar ist über die vergangenen Jahre eine zusätzliche Mobilisierung der einheimischen Bevölkerung noch gelungen, der Spielraum dafür war aber gering. Im Unterschied zur Schweiz konnten andere Länder wie etwa Österreich, die Niederlande oder Belgien durch die Steigerung der Erwerbsbeteiligung oder den Abbau von Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren noch deutlich grössere Potenziale im Inland erschliessen. Entsprechend ging in diesen Ländern eine vergleichbar dynamische Beschäftigungsentwicklung mit geringeren Zuwanderungsraten einher. Neben der Schweiz zählten diese zu den attraktivsten Zielstaaten für Arbeitskräfte aus dem Freizügigkeitsraum.

Zuwanderung abgestimmt auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts

Die Schweiz vereint als mehrsprachiges Land mit hohem Wohlstandsniveau mitten in Europa mehrere Attribute, die es ihr ermöglichen, ihren Arbeitskräftebedarf mit geringerem Aufwand und vorwiegend aus den Nachbarländern zu decken. Dies erwies sich im Hinblick auf die Arbeitsmarktintegration der zugewanderten Bevölkerung als Vorteil, wovon auch die hohe Erwerbsbeteiligung von EU-Staatsangehörigen zeugt.

Viele der EU-Arbeitskräfte in der Schweiz sind hochqualifiziert und in anspruchsvollen Tätigkeiten in stark wachsenden Wirtschaftszweigen des Dienstleistungssektors beschäftigt, etwa im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, der Branche Information und Kommunikation oder im Gesundheitswesen. Die Schweizer Wirtschaft greift aber auch bei der Rekrutierung von niedrig qualifizierten Arbeitskräften für einfachere Tätigkeiten primär in Gastgewerbe, Bau und Industrie auf Zuwanderer aus dem EU-Raum zurück.

20. Bericht des Observatoriums zum Freizügigkeitsabkommen Schweiz - EU

Speaking Notes - Staatssekretärin Helene Budliger Artieda, Direktorin SECO

Speaking Notes - Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit, SECO

Speaking Notes - Roland Müller, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes

Speaking Notes - Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes

Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

26.6.2024

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