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Umfahrung Alberswil/Schötz: Zwei Varianten bleiben zur Auswahl

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Der Kanton Luzern hat das Verkehrsproblem in Alberswil und Schötz mit einer Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMB) untersucht. Der Prozess ist nun abgeschlossen. Zwei Lösungen fliessen ins Programm Gesamtmobilität ein: die Neugestaltung K 11 und die Umfahrung «West Alberswil und Schötz bis Gettnau» (ASWG). In der Gesamtbetrachtung erreicht die Neugestaltung K 11 die höchste Punktezahl, gefolgt von der Umfahrung ASWG. Die Ergebnisse werden am 23. Oktober 2025 im Gasthof St. Mauritz in Schötz der Bevölkerung präsentiert.

Die Verkehrsbelastung entlang der Kantonsstrasse K 11 hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Die Strasse erschliesst die Region und den Entwicklungsschwerpunkt Willisau mit dem Autobahnanschluss Dagmersellen. Täglich fahren zwischen 7'000 und 10'000 Fahrzeuge durch Alberswil und Schötz, darunter viele Lastwagen. Zur Lösung des Problems hat der Kanton Luzern eine ZMB durchgeführt und dabei Varianten für eine Umfahrung von Alberswil und Schötz sowie Verbesserungen ohne Umfahrung geprüft. Diesen Prozess begleitet haben auch Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden, der Region Luzern West sowie von Gewerbe und weiteren Organisationen.

Ergebnisse der Schlussbewertung

Ausgehend von einem Variantenfächer mit neun Lösungen, hat das Projektteam in der dritten und letzten Phase der ZMB die drei verbleibenden Varianten abschliessend verglichen: die Umfahrungen «West Alberswil und Schötz bis Gettnau» (ASWG) und «Schötz West Mitte optimiert» (SWM Opt) sowie die Neugestaltung K 11. Die Schlussbewertung zeigt, dass die Neugestaltung K 11, als Weiterentwicklung der Variante ohne Umfahrung aus der Phase 2 (damalige Variante Null+), am besten abschneidet. Dies gilt sowohl für die fachliche Gewichtung des Kantons als auch für den von den Gemeinden und der Region erarbeiteten Gewichtungsschlüssel. Mit der kommunalen Gewichtung und dem heutigen Verkehrsaufkommen erzielt die ASWG zwar ein leicht positives Resultat, bleibt jedoch hinter der Neugestaltung K 11 zurück. SWM Opt ist in allen Betrachtungen die schlechteste Variante.

«Die Umfahrungslösung ASWG und die Neugestaltung K 11 haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Ihre Auswirkungen werden unterschiedlich wahrgenommen. Deshalb nehmen wir beide Varianten ins Programm Gesamtmobilitätauf. Dieses ermöglicht eine breite Diskussion und politische Abwägung», kommentiert Kantonsingenieur Gregor Schwegler das Ergebnis.

Neugestaltung K 11 mit Velomassnahmen

Ziel einer Neugestaltung der K 11 ist es, die Situation auf der bestehenden Strasse zwischen den Kreiseln Nebikon Süd und Burgrain zu verbessern. Ausserorts wird der gemeinsame Fuss- und Veloweg verbreitert. In Schötz sind neue normgerechte Radstreifen vorgesehen. Die Verkehrsbe lastung in Alberswil und Schötz bleibt mit der Neugestaltung der K 11 zwar hoch, doch mit Tempo 30-Abschnitten in den Dorfzentren wird der Verkehr verträglicher und sicherer gestaltet. Eine Herausforderung stellt der notwendige Landbedarf in Schötz und Alberswil für den Bau der Radstreifen und die Neugestaltung der Strasse dar.

ASWG – Umfahrung mit begrenztem Nutzen

Eine Umfahrung bringt Vorteile, wie etwa die Entlastung der Siedlungsgebiete vom Schwerverkehr und eine bessere Aufenthaltsqualität in den Dorfzentren. Diese positiven Effekte wiegen bei der Umfahrung ASWG jedoch die negativen Auswirkungen nicht auf – dazu zählen der Verlust von wertvollem Kulturland und die im Vergleich zur Neugestaltung K 11 höheren Kosten.

Kulturland wird sowohl für den Ausbau der bestehenden Gemeindestrasse als auch für die geplante Neubaustrecke in Gettnau benötigt. Die längere Linienführung bedeutet zudem längere Fahrten, höhere Kosten für den motorisierten Verkehr und mehr Luftschadstoffe.

Aufwendiger Variantenvergleich

Der Schlussempfehlung des Planungsteams ist ein aufwendiger Bewertungsprozess vorausgegangen. Dabei wurden drei verschiedene Methoden angewendet, die sowohl eine kantonale als auch eine kommunale Gewichtung der Bewertungskriterien berücksichtigten. Zudem wurden die Varianten in zwei Verkehrsszenarien geprüft: einmal ohne zusätzliche Verkehrszunahme (Szenario 2017) und einmal mit prognostizierter Verkehrszunahme (Szenario 2040). In fast allen Vergleichen lag die Neugestaltung K 11 vorn. Als beste Umfahrungsvariante erwies sich die westliche Umfahrung ASWG. Bereits in einer früheren Phase hatte ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) gezeigt, dass alle östlichen Umfahrungsvarianten nicht machbar sind, weil sie die Schutzgebiete zu stark tangieren.

Stellungnahme der Gemeinden und der Stadt Willisau

Die Einschätzungen zu möglichen Verkehrslösungen gehen auseinander. Entsprechend unter schiedlich nehmen die Gemeinden Alberswil, Schötz und Ettiswil sowie die Stadt Willisau die Ergebnisse der ZMB zur Kenntnis:

Regula Lötscher und Corinne Albisser, Gemeindepräsidentinnen Schötz und Alberswil: «Wir freuen uns sehr, dass die Umfahrung ASWG ins Programm Gesamtmobilität aufgenommen wird. Dies zeigt, dass die Projektleitung die bereits hohe Verkehrsbelastung in Schötz und Alberswil anerkennt. Mit dem Entwicklungsschwerpunkt Willisau wird sie voraussichtlich weiter steigen und die Leistungs fähigkeit des öffentlichen Verkehrs beeinträchtigen. Die Gemeinderäte von Schötz und Alberswil setzen sich mit Überzeugung für die Umfahrung ASWG ein, damit sie nicht nur ein langfristiges Ziel bleibt, sondern auch realisiert wird. Eine Haltung, die auch die Gemeinde Ettiswil teilt.»

Daniel Bammert, Stadtammann Willisau: «Wir erachten die Neugestaltung K 11 als die beste der bewerteten Varianten. Die Umfahrung West über den Ortsteil Gettnau ist unverhältnismässig und kaum verträglich. Kosten und Nutzen stehen in einem schlechten Verhältnis. Aus Sicht des Stadtrates ist nach wie vor eine Gesamtbetrachtung des Verkehrsraums zwischen Willisau und Dagmersellen erforderlich – sowohl der Verkehrserzeugung in allen Gemeinden als auch der Verkehrsabwicklung über alle Verkehrsträger. Daher erwarten wir, dass im Programm Gesamtmobilität dies eingehend beurteilt wird und die Verkehrsachse mittelfristig optimiert werden kann.»

Nächste Schritte

Die Ergebnisse der ZMB fliessen nun in den politischen Prozess ein. Der Kanton Luzern nimmt sowohl die Neugestaltung K 11 als auch die Umfahrung ASWG als Lösungsvarianten ins Programm Gesamtmobilität auf. Dieses ermöglicht eine gesamtkantonale Betrachtung aller Mobilitätsprojekte und deren Priorisierung. Der Kantonsrat wird das umfassende Programm voraussichtlich Ende 2026 diskutieren und darüber entscheiden.

Einladung zum öffentlichen Informationsanlass

Der Kanton Luzern präsentiert am 23. Oktober 2025 die detaillierten Ergebnisse der ZMB Alberswil/Schötz. Interessierte sind zur Veranstaltung eingeladen. Datum: 23. Oktober 2025, 19.00 Uhr Ort: Gasthof St. Mauritz, Luzernerstrasse 1, 6247 Schötz

Quelle: Gemeinsame Mitteilung des Kantons Luzern und der Gemeinden Alberswil, Ettiswil, Schötz und Willisau.

11.9.2025