Arztpraxen und ambulante Zentren im Kanton Luzern: Ärztinnen und Ärzte arbeiten zunehmend übers Pensionsalter hinaus
Im Jahr 2024 waren im Kanton Luzern rund 900 Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Sektor ausserhalb des Spitals tätig. Ihre Zahl nahm im Zeitraum von 2009 (erstes verfügbares Datenjahr FMH-Daten) bis 2024 um knapp 340 Personen zu.
Knapp die Hälfte (48%) der im Praxissektor arbeitenden Ärztinnen und Ärzte war 2024 in der Grundversorgung tätig. Dieser Bereich umfasst die Facharzttitel "Allgemeine Innere Medizin", "Kinder- und Jugendmedizin" sowie den Titel "Praktische Ärztin" oder "Praktischer Arzt". In der Psychiatrie waren 10 Prozent und in der Gynäkologie 8 Prozent der Ärztinnen und Ärzte beschäftigt. Rund ein Drittel (34%) war in einem anderen Fachgebiet tätig.
Frauenanteil steigt
Der Anteil der Ärztinnen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Lag der Anteil im Jahr 2009 noch bei 27 Prozent, so stieg er bis 2024 auf 47 Prozent. Die Zahl der im Praxissektor tätigen Ärztinnen hat sich im betrachteten Zeitraum mehr als verdoppelt. Die Zahl der Ärzte nahm im gleichen Zeitraum um 15 Prozent zu.
Auch die Altersstruktur der Ärzteschaft hat sich über die Jahre verändert. Im Jahr 2024 waren 16 Prozent der im Praxissektor tätigen Ärztinnen und Ärzte 65 Jahre alt oder älter. Im Jahr 2009 waren es knapp 6 Prozent gewesen.
Ärztedichte in der Grundversorgung nahezu unverändert
Seit 2019 (erstes verfügbares Datenjahr MAS Daten) hat sich die Ärztedichte im Kanton Luzern in den Arztpraxen und ambulanten Zentren je nach Fachgebiet unterschiedlich entwickelt. Beinahe gleich geblieben ist die Ärztedichte in der Grundversorgung, Gynäkologie/Geburtshilfe und in der Psychiatrie. Tendenziell zugenommen hat die Dichte der Spezialisten/-innen (andere Fachgebiete). Im Vergleich zur Gesamtschweiz wies der Kanton Luzern im Jahr 2022 in den genannten Fachbereichen tendenziell vergleichbare Ärztedichten auf. In der Psychiatrie hingegen lag die Dichte im Kanton Luzern deutlich tiefer (LU: 0,13 VZÄ/1'000 Einw. vs. CH: 0,28 VZÄ/1'000 Einw.).
Tendenziell jüngere Ärzteschaft an Standorten mit mehreren Ärztinnen und Ärzten
Am 31. Dezember 2022 gab es im Kanton Luzern rund 450 Arztpraxen und ambulante Zentren mit mindestens einer praktizierenden Ärztin oder einem praktizierenden Arzt. Davon hatten 40 Prozent ihr Haupttätigkeitsgebiet in der Grundversorgung.
Je nach Organisationsform des Standorts variierten die Merkmale des ärztlichen Personals. An Standorten, an denen mehrere Ärztinnen und Ärzte arbeiteten, war die Ärzteschaft im Durchschnitt jünger und der Männeranteil kleiner als an den Standorten mit nur einer Ärztin oder einem Arzt.
Gut 2'600 nichtärztliche Fachkräfte in Arztpraxen und ambulanten Zentren
Ende 2022 waren im Kanton Luzern rund 2'600 Personen in nichtärztlichen Funktionen in Arztpraxen und ambulanten Zentren tätig.
Mit einem Anteil von 64 Prozent bildeten die Medizinischen Praxisassistentinnen und Praxisassistenten die grösste Berufsgruppe unter dem nichtärztlichen Personal. Diese Gruppe zählte rund 1'670 Personen und besetzte 74 Prozent der Vollzeitäquivalente (VZÄ) des nichtärztlichen Personals aller Arztpraxen und ambulanten Zentren. 13 Prozent entfielen auf nichtärztliche Pflegekräfte. Sie besetzten 13 Prozent der VZÄ.
Knapp ein Viertel des nichtärztlichen Personals übte eine Tätigkeit ausserhalb des medizinisch-pflegerischen Bereichs aus, beispielsweise in der Administration oder der Reinigung. Sie besetzten 14 Prozent der VZÄ.
Krankengeschichten werden mehrheitlich digital geführt
Zwei Drittel der Arztpraxen und ambulanten Zentren im Kanton Luzern führten 2022 die Krankengeschichten vollständig elektronisch. Von 2019 (erstes vergleichbares Datenjahr) bis 2022 nahm dieser Anteil stetig zu, während der Anteil der Praxen, welche die Krankengeschichten ausschliesslich auf Papier führten, stetig abnahm. Im zeitlichen Vergleich kaum verändert hat sich der Anteil der Arztpraxen und ambulanten Zentren, welche die Krankengeschichten teilweise elektronisch führten.
Quelle: LUSTAT Statistik Luzern
15.8.2025
Methodik und Datengrundlage
FMH-Ärztestatistik: Die vom Berufsverband der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) erstellte FMH‑Ärztestatistik liefert jährlich per 31. Dezember eine Übersicht über die wichtigsten ärztedemografischen Merkmale der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz. Die Angaben zur Berufstätigkeit werden mittels eines Fragebogens auf ihrem Mitgliederportal erhoben und beruhen auf Selbstdeklaration. Es handelt sich um nichtgewichtete Daten. Rund 95 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz mit einer abgeschlossenen Facharztausbildung sind in der Ärztestatistik erfasst.
Erhebung Strukturdaten Arztpraxen und ambulante Zentren (MAS): Die vom Bundesamt für Statistik durchgeführte Erhebung Strukturdaten Arztpraxen und ambulante Zentren (MAS) deckt Angaben über das Angebot und die Organisation der Arztpraxen und ambulanten Zentren ab. Es handelt sich um eine für alle Arztpraxen und ambulante Zentren obligatorische Vollerhebung. Da die Rücklaufquote tief ist (2022 CH: 64,3%; LU: 76,2%), werden die Daten auf Ebene der Unternehmen gewichtet.